Geschichte im Zeitraffer
Die wichtigsten Meilensteine und Wegmarken der KHV Welfia seit ihrer Gründung im Jahr 1910 im kompakten Überblick:
Die Gründungsjahre & Erster Weltkrieg
10. Juli 1910 Gründung der Welfia: Katholische Akademiker und Maturanten der ersten beiden Jahrgänge des 1902 begründeten Gymnasiums Klosterneuburg gründen die Verbindung mit neun Mitgliedern (3 Alte Herren, 3 Burschen, 3 Füxe). Erster öffentlicher Festakt.
07. Jänner 1911 Der erste Welfenball findet statt und entwickelt sich rasch zum Fixpunkt des Klosterneuburger Faschings.
18. Februar 1912 Erste Bude im Stiftskeller: Mit tatkräftiger Unterstützung des Chorherrenstiftes unter Abt Friedrich Gustav Piffl (später Erzbischof von Wien) bezieht Welfia das oberste Geschoss des alten Getreidespeichers (Granarium) in der Albrechtsbergergasse.
1914 – 1918 Erster Weltkrieg: 37 von 55 Mitgliedern rücken ein, 27 stehen an der Front. Sechs Bundesbrüder fallen im Einsatz.
Zwischenkriegszeit & Verbot
1920 Aufnahme in den Cartellverband (CV) als 19. Verbindung des 3. Cartellkreises. Rege Aktivität und steter Mitgliederzuwachs in den 1920er-Jahren.
10. Juli 1933 Gründung des ÖCV: Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung und Gleichschaltung des CV in Deutschland spalten sich die österreichischen Verbindungen ab und begründen den selbstständigen Österreichischen Cartellverband.
11. März 1938 Besetzung und Verbot: Am Abend des Anschlusses wird die Welfenbude von der SS aufgebrochen, das Eigentum beschlagnahmt und Welfia sowie der ÖCV behördlich verboten. Bundesbrüder retten das Gründungsbild von 1910, Schläger und Archivmaterial heimlich vor dem Zugriff des NS-Regimes.
1938 – 1945 Widerstand & Zweiter Weltkrieg: Nur private Kontakte im Untergrund. Vier Welfen engagieren sich in der Widerstandsbewegung um den Augustiner-Chorherrn Roman Karl Scholz; drei Bundesbrüder werden von der Gestapo verhaftet und zu Zuchthausstrafen verurteilt.
Reaktivierung & Nachkriegsjahre
Sommer 1945 Erste Zusammenkünfte zur Wiederbegründung der Verbindung nach dem Ende der NS-Diktatur.
15. November 1945 (Leopolditag) Erste feierliche Neuaufnahmen (Rezeptionen) nach der Befreiung Österreichs.
1945 – 1955 Provisorien: Da der Stiftskeller von der sowjetischen Besatzungsmacht genutzt wird, weicht Welfia in Räume der Stiftsschule und später in den Hof des Restaurants Hübner (Rathausplatz) aus.
Frühjahr 1956 Neue Bude im ehemaligen Bezirksgerichtsgebäude: Bezug der großzügigen 5-Räume-Bude in der Albrechtsbergergasse (vis-à-vis des Stiftskellers), die das Stift zur Verfügung gestellt und ausgebaut hat.
Weg in die Gegenwart
Herbst 1986 Gründung der Klosterneuburger Akademie: Gemeinsam mit den örtlichen Verbindungen Arminia, Babenberg und Rhaeto-Norica initiiert Welfia eine renommierte überparteiliche Vortrags- und Diskussionsreihe.
1990 Benennung des Welfenplatzes: Anlässlich des 80. Stiftungsfestes benennt die Stadtgemeinde Klosterneuburg den Platz vor der Verbindung Bude feierlich in „Welfenplatz“ um.
2008 Umzug zum Rathausplatz 22: Bezug der neuen, modernen und barrierefreien Bude.
06. März 2009 Feierliche Segnung & Welfenplatz 1: Einweihung der Bude durch Verbindungsseelsorger Generalabt Bernhard Backovsky und offizielle Verleihung der Adresse „Welfenplatz 1“ durch Bürgermeister Dr. Gottfried Schuh.
2010 100 Jahre Welfia: Großes Jubiläums-Stiftungsfest zum 100-jährigen Bestehen der Verbindung.